Das Chaos scheint gebändigt 
Zitat: "Müde Punks sind keine Gefahr"
Die Einschätzung der Sicherheitsbehörden hat sich bestätigt. Natürlich wissen auch Polizei und Staat schon seit langem, dass von Punks und Jugendlichen aus ähnlichem Umfeld kaum noch eine Bedrohung für die öffentliche - und schon gar nicht für innere - Sicherheit darstellen. Doch zumindest die letzten Jahre konnte man die Gefährlichkeit der "Chaotenszene" den Bürgern noch glaubhaft vermitteln.
Doch schaut man sich die Entwicklung der deutschen Punkszene ein wenig genauer an, so treten sogar gestandene Polizisten mit Chaostage-Erfahrung die Tränen in die Augen und vereinzelt hört man die Beamten sich nach längst vergangenen Zeiten zurücksehnen. Punk und Chaostage sind weder in der Öffentlichkeit noch in der eigenen Szene wirklich präsent.
Sicher: der Underground kocht sein eigenes Süppchen und das seit Jahren. Hier und da werden Nischen erschaffen oder erhalten, wo der eigene Punkrock gelebt werden kann ... aber hier von einer starken Szene zu sprechen traut sich selbst kaum noch einer.
Und das "punkige" Internet strotzt nur so von Aussagen wie:
"das einzige was die [chaostage] bringen is hass der bullen gegen uns zu vergrößern
ist es das was ihr wollt ".
Gerade wenn es um die Chaostage geht, scheint die Szene verlassen zu sein von Witz, Spontanität und Kreativität. Die einen wollen Randale, die anderen keine Steine schmeißen und wieder andere wollen dies und jenes ... Gerade ältere, ehemalige Punkrocker trauern da den alten Zeiten nach.
Endlose Diskussionen und langweiliges dahinvegitieren - verbunden mit dem Warten auf irgendjemand, der die dampfende Scheisse in die Hand nimmt, die man Tag für Tag selber ablässt. Eigeninitiative und Spass sind der Punkszene - wenigstens im großen Stil - abhanden gekommen. Und wenn jemand auf die Idee kommen würde, Chaostage einfach zu einem kommerziellen Treffen zu machen - die Massen würden nur so strömen.
Im kleinen aber hat sich doch eine recht aktive Szene zusammengefunden, die recht klar umreißen kann, worum es ihnen bei all dem Punk noch geht. Auf diese Leute - schätzungsweise 1500 in ganz Deutschland - wird es ankommen, wenn die Chaostage wiederholt werden sollten.
Möglicherweise wird man erst einmal ein paar Jahre Ruhe geben, möglicherweise aber auch nicht. Aber man munkelt schon - mal hier und mal da - dass im Jahr 2006 die Geschichte der Chaostage um ein neues, bald legendäres, Kapitel erweitert werden soll. Genaueres weiss man dazu noch nicht, denn zu versteckt laufen hier die Vorbereitungen.
Bis dahin können wir, die friedliebenden Bürger des Landes, beruhigt auf den kommenden August blicken. Gefahr von den Punks scheint bis jetzt noch nicht zu drohen: und das ist auch gut so!
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